XML Prague 2010: Rückblick

Zu Gast im »most beautiful computer science building in the world« (auf dem Foto rechts unten ist der Eingang zu einem auch im Innern beeindruckenden Gebäude der 1348 gegründeten Karls-Universität) fanden sich ca. 120 Fans, Geeks, Profis und Veteranen aus dem XML-Umfeld ein.

Neben der Möglichkeit mit bekannten Persönlichkeiten der XML/XSL-Szene zusammen zu treffen und dem Conference Dinner :-) sind es natürlich die Beiträge, die über den Nutzen einer Konferenz entscheiden. Das Programm der letztjährigen Veranstaltung (die ich nicht besuchen konnte) hat mich so angesprochen, dass ich mich für die XML Prague 2010 quasi blind (und als erster) angemeldet hatte. Und ich habe es nicht bereut!

Insbesondere am ersten Tag wurden zwei Themenbereiche mehrfach berücksichtigt, die auch im Rahmen des praktischen Einsatzes von XML in der technischen Redaktion eine Rolle spielen:

  • Die Frage eines Editors auch für »non-technical« Anwender
  • Änderungsverfolgung in XML-Dokumenten

Auf beide Aspekte werde ich in den nächsten Tagen (so es die Zeit erlaubt) noch weiter eingehen und meinen Bericht aus Prag fortsetzen.

Keine Bilder hab ich vom Conference Dinner, bei dem es neben Bier, einem üppigen und vielfältigen Buffet auch einen Demo Jam gab, bei dem immerhin 13 Teilnehmer in jeweils maximal 5 Minuten eine beliebige Sache demonstrieren durften. Es dreht sich fast alles — wie sollte es anders ein — um XML-Technologien, und die am Schluss mit dem meisten (per Schalldruck-Messgerät ermittelten) Applaus belohnte Vorführung dreht sich um die mittels XQuery weitgehend automatisierte Erstellung einer iPhone-Applikation! Wenn ich es richtig verstanden habe… das Projekt hieß iZorba und ist (wohl) eine Anwendung des Zorba XQuery Prozessors.

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz, in meinem Fall die tcworld 2010, und im nächsten März ziemlich sicher wieder Prag!

XML-Editor für »non-technical authors«

Dies ist das Thema des ersten Beitrags nach der Mittagspause. Ich bin in Prag bei der Konferenz XML Prague 2010. In den folgenden Tagen werde ich weitere Erkenntnisse auch hier zusammenfassen. Wer der Konferenz (am Wochenende) folgen will, kann auch einen Video-Stream und eine Twitter-Wall beobachten:

Sonntag

Es gab einen Programmierwettbewerb, bei dem mittels XQuery aus der Sequenz (1, 2, 3, 4, 5) die Sequenz (3, 5, 7, 9) zu erzeugen war. Nun habe ich mich mit XQuery noch nicht beschäftigt, weiß aber, dass der Kern ebenfalls XPath. Und so erstellte ich zunächst eine XSLT-Lösung:

<xsl:template match="/">
  <xsl:variable name="input" select="(1, 2, 3, 4, 5)" />
  <xsl:sequence select="for $s in subsequence($input, 2) 
    return $input[$s -1] + $input[$s] "/>
</xsl:template>

Dann musste ich nur noch herausfinden, wie Variablen in XQuery Werte zugewiesen werden. Erfreut finde ich meine Lösung — ohne gewonnen zu haben — auf der Wettbewerbsseite an erster Stellewieder (und ich muss mich mit meiner Lösung nicht verstecken):

Gewonnen hat Stefan Majewski aus Wien, herzlichen Glückwunsch!

»Call for papers« tekom-Tagung 2010

Morgen, Freitag 12.3.2010, ist der Abgabetermin für Vorschläge zur diesjährigen tcworld 2010 oder eben tekom Jahrestagung 2010. Ich habe meine gestern Abend fertig gestellt… Wollen Sie nicht auch einmal?

Schriften beißen nicht

…sind aber um Einiges komplexer »herzustellen« als noch vor 20 Jahren, wenn man technisch sauber arbeiten möchte.

Am gestrigen Sonntag nahm ich an einer Fortbildung der Typographischen Gesellschaft München teil, die seit vielen Jahren neben Vorträgen auch Weiterbildungen anbietet. Diesmal ging es um die Arbeit mit dem führenden Font-Werkzeug FontLab.

Meine eigene Historie im Bearbeiten von Schriften reicht zurück ins Jahr 1990, als ich mit Altsys Fontographer (von Altsys stammte auch Freehand, dass aber von Aldus vermarktet wurde) einen Font mit Musiknotensymbolen namens Susato erstellte. Den brauchte ich für meine damalige Tätigkeit als Notensetzer, da mir die Adobe Sonata zu statisch/technisch für Liederbücher erschien. In späteren Jahren (vor Unicode!) habe ich dann noch Fonts ertüchtigt um slowakische Texte zu setzen, oder aus vielen Einzelschnitten (CE, CYR, Baltic) einen umfassenden Unicode-Font zusammengebaut. Ein zwischenzeitliches Update auf FontLab 3 hielt mich auf dem Stand der Technik, allerdings bin ich bislang das Upgrade zu FontLab Studio 5 nicht mitgegangen. Die Unterstützung für OpenType-Features lockt mich nun aber doch…

Abgesehen von den zahlreichen Fleißaufgaben, denen sich ein Schriftgestalter heute stellen muss Weiter lesen »

Migration zu XML-strukturierten Dokumenten

Der prinzipielle Ablauf der Migration Format-basierter zu XML-strukturierten FrameMaker-Dokumenten ist dieser:

  1. Entwurf und Optimierung einer Konvertiertabelle: Hier wird für jedes FrameMaker-Objekt ein entsprechendes Element festgelegt
  2. Anwenden dieser Konvertiertabelle: Wenn Sie bei 1. gründlich waren, entstehen Dokumente mit einem definierten Highest Level Element
  3. Laden der gewünschten Elementdefinitionen
  4. Reparieren aller noch vorhandenen Fehler

Letzteres wird zum Beispiel nötig, wenn Abbildungen und Warnmeldungen bislang mit Tabellen aufgebaut waren, dies aber im strukturierten Template nicht mehr der Fall ist. Da können sehr viele Aktionen anstehen.

Bislang habe ich in solchen Fällen Skripte geschrieben, jetzt aber mache ich das mit dem Plug-in FrameSLT und dessen Funktion Node Wizard Scripts. Es handelt sich hier um XPath-basierte Element- und Attributaktionen, die nahezu jegliche Modifikation der Dokumentstrukturen erlauben. In einem aktuellen Projekt (ca. 1.200 Seiten, 32 Kapitel) waren es einmal über 20.000 Aktionen:

Bei solchen Volumina ist ein C-Plugin auch signifikant schneller als ein Skript es wäre! Aber das allerschönste ist die Notation der Aufgabenstellung mit XPath-Ausdrücken, die damit eine wunderbare Präzision bekommen.

Live in Nürnberg: FrameMaker 9 und Ergänzungen

tekom-Logo

Seit der Einführung von FrameMaker 9 im Januar 2009 ist mittlerweile genügend Zeit vergangen, es hat drei Patch-Releases gegeben, auch auf der tekom-Tagung im November 2009 in Wiesbaden wurden etliche Lösungen mit FrameMaker 9 vorgestellt. Es gibt also konkrete Projekte und Erfahrungen zu berichten. Als Baustein in teilweise recht komplexen Dokumentationsprozessen steht FrameMaker nicht allein im Raum, sondern ist auf passende Tools angewiesen. Daher gibt mein Beitrag bei der tekom Regionalgruppe Nürnberg auch einen Überblick über Software, die FrameMaker-basierte Prozesse ergänzen kann.

Die Veranstaltung findetfand statt am 25.2.2010 ab 18 Uhr bei

VCS Video Communication Systems AG, Bosch Group
Nordring 69
90409 Nürnberg

und ist kostenlos; es wird um eine Anmeldung bei abortolot@gmx.de gebeten, damit der Platzbedarf abgeschätzt werden kann.

Nachwirkung

Nach meiner Präsentation kam die Frage auf, ob FrameMaker 9 denn nun auch fernöstliche Zeichen in Dateinamen im Buch darstellen könnte? Beim Live-Versuch einer Umbenennung einer Datei im FrameMaker-Buch scheiterte das. Aber prinzipiell geht es, vielleicht eben nicht Umbenennung, aber doch die Anzeige des Dateinamens (a) genauso wie des ersten Absatzes (b).