Neulich in einer Mailingliste [Update]

Neulich schrieb jemand in einer Mailingliste:

Es muss doch eine andere Lösung geben als ein teures Zusatzprodukt [zu FrameMaker] zu kaufen.

Mit Verlaub, dies ist eine zwar verständliche, aber gleichzeitig auch etwas naive Sicht der Dinge. Ich unterstelle einmal, dass diese Ansicht vom Auftraggeber/Arbeitgeber stammt…

Natürlich kann FrameMaker viele Dinge, die in der Regel in Listen aufgezählt werden, damit bei Vergleichstests möglichst viele »Häkchen« gemacht werden können. Das genaue Wie wird allerdings nirgends näher beschrieben, denn was einem kein Tool-Hersteller auf der ganzen weiten Welt freiwillig sagt, sind die Einschränkungen/Grenzen bestimmter Funktionen. Bei einem so breit eingesetzten Werkzeug wie FrameMaker führt das dazu, dass der eine Anwender hier ans ‘Ende der Fahnenstange’ kommt, der andere bei jener Funktion und der dritte bei noch einer anderen.

Fazit: Für wen FrameMaker tatsächlich alle anfallenden Aufgaben zufriedenstellend erledigt, der sei glücklich! [Es ist klar, dass man mit einer Senkung der Anforderungen diesem Glück leicht näher kommen kann.]

Die Realität: Die Anforderungen in der Welt der Dokumentation sind so unterschiedlich, dass es ganz normal ist, für bestimmte Aufgaben zusätzliche Tools hinzuzuziehen. Ob diese teuer sind oder nicht, ist dabei in aller Regel nicht entscheidend. Es geht viel mehr darum, ob eine Aufgabe wichtig genug ist, dafür geeignete Tools – die möglicherweise Kosten verursachen – einzusetzen. Mir ist klar, dass es (leider) genug Firmen gibt, bei denen das Vermeiden externer Kosten so wichtig ist, dass sich interne Mitarbeiter regelmäßig stundenlang mit an sich lösbaren Problemen herum schlagen dürfen.

Für mich bedeutet diese Unterschiedlichkeit immer wieder und aufs Neue eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle!

Update

In der gleichen Mailingliste wurde folgendes schöne Bild gebracht:

Ein Holzfäller müht sich redlich im Wald. Kommt ein Scherenschleifer vorbei und bietet ihm an, seine Axt zu schleifen, auf dass ihm die Arbeit leichter von der Hand ginge.
„Keine Zeit“, sagt der Holzfäller, „ich muss Bäume fällen.“

Keine weiteren Fragen!