Je größer, desto…

Gebhard Fugel: David gegen Goliath

Je größer, desto besser? Eigenartige Nachrichten zu einem Y2010-Problem lesen wir in diesen Tagen, z.B. auf heise.de. Dahinter stecken die ca. 30 Millionen ausgelieferten Karten eines Herstellers. 30 Millionen, wow! Oder? Ein Programmierfehler, den weder die Qualitätskontrolle der Firma noch diverse Stellen auf Seiten der Banken erkannt haben. Hätten diese das erkennen müssen oder wiegten sich alle nach überstandenem Y2K-Wechsel in Sicherheit? Egal, was mich mehr erschüttert: Ich bin nicht überrascht, ganz und gar nicht!

Achtung, Verschwörungstheorie! Man muss als Unternehmen möglichst schnell eine »systemrelevante« Größe erreichen. Dann darf man die Gewinne ungestraft privat vereinnahmen, im Verlustfall werden diese dann von der Gesellschaft aufgefangen, sozialisiert. Ich sehe hier eine Aufgabe für die Kartellbehörden: Kann ein Konzern denn auch für den größtmöglich anzunehmenden Schaden gerade stehen?

Was hat das nun mit Dokumentations-Technologie oder FrameMaker zu tun?

Auch FrameMaker als Produkt einer großen Firma ist mit Fehlern behaftet, die sich im Rahmen dieser Firma anscheinend nicht zeitnah beheben lassen. Im Gegenzug gibt es rund um das Produkt ein Ökosystem von Einzelpersonen oder kleinen Teams, die mit scheinbar kleinen Lösungen gewaltige Produktivität ermöglichen — trotz der Fehler des Basisprodukts. Ich möchte vier solche Personen nennen:

  • Scott Prentice (Leximation) mit u.a. seinem Plug-in DITA-FMx, welches DITA-Publishing für FrameMaker 7.2 und spätere Versionen ermöglicht.
  • Frank Elmore (Elmsoft) und sein Plug-in FrameScript, welches mir und vielen anderen einen einfacheren Zugang zur FrameMaker-Automation ermöglicht hat.
  • Jeremy Griffith (Omsys) und sein Plug-in Mif2Go, welches neben RTF und HTML auch XML hochgradig konfigurierbar exportieren kann.
  • Klaus Müller (ITL), dessen Skripte für FrameMaker vielen die Augen geöffnet haben, wie weit FrameMaker-Automation gehen kann.

Ich wünsche Ihnen, meinen Lesern und den erwähnten Lösungsanbietern, einen guten Start in dieses Jahr!

(Bild: Gebhard Fugel, commons.wikimedia.org)

Ein Kommentar

  1. 7.1.2010, 13:05h | Permalink

    Natürlich passt das Bild nicht so recht als Metapher für das Verhältnis von groß und klein. Es ist doch recht oft eher eine Symbiose, bei der der »Kleine« von den Schwächen des »Großen« auch profitiert.

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