ExtendScript der Woche

Adobe kündigt eine Aktion namens »ExtendScript of the Week« an: http://blogs.adobe.com/techcomm/

Da bin ich sehr gespannt, denn bislang von Adobe veröffentlichte Skripte hielten nicht immer, was versprochen wurde (z.B. dieses). Es scheint eben doch ungemein hilfreich für die Programmierung praktisch nutzbarer Skripte zu sein, wenn man selbst Anwender ist.

Ich werde darüber auf http://www.framescript.eu/ berichten!

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Breiter, schneller, bunter

Einfache Graupappe mit einem lieblosen Kartoffeldruck ist […] immer weniger gefragt.

So tönt es aus dem Off bei einem Produktvideo zu den weltgrößten Bogenoffsetdruckmaschinen Rapida 185 und Rapida 205 der Koenig & Bauer AG (KBA) aus dem Werk Radebeul bei Dresden. KBA gilt auch als der älteste Druckmaschinenhersteller der Welt. Die YouTube-Playlist können Sie hier starten: Playlist Rapida 185 / 205 (de) (ignorieren Sie bitte die auf Dauer etwas aufdringliche Hintergrund-Muzak).

Warum erwähne ich das?

Zum einen sehe ich uns in der Dokumentation alle als Jünger der Gutenbergschen Technik, und die Maximierung auf Bögen von über zwei Meter Breite zeigt, wie weit diese Idee reichte.

Zum anderen wird in diesen Videos ein Menge durchaus geheimnisvoller Fachbegriffe verwendet, schreit das nicht nach sauberer Terminologiearbeit?

Zudem wird die Dokumentation für diese Maschinen tatsächlich mit FrameMaker erstellt, hätten Sie daran gezweifelt?

Und schließlich bin ich persönlich schon neben so einem viele Meter langen Ungetüm in der Werkshalle gestanden, das war überaus beeindruckend!

Und last but not least beeindruckt mich, wie das Unternehmen diese Filme in vier Sprachen produziert. Wir haben zwar alle nie so Recht an das papierlose Büro geglaubt, aber die Druckindustrie steht doch vor gewaltigen Herausforderungen, die hier aber durch Innovation mutig angegangen werden. Bravo!

Und noch eines…

Dass man mit Lacktürmen auch Düfte auftragen kann, lässt folgendes Video erahnen. Ab 2:15 geht es um den Druckprozess und bei ca. 2:30 erkennen Eingeweihte, dass es sich um eine (ältere) KBA-Maschine handelt; bewundern Sie auch den Weg des an der Maschine entlanglaufenden Bedieners:

Rätsel: Warum nimmt dieser Betrieb die Lackierung (mit oder ohne Duft) nicht gleich in der Druckmaschine vor? Bräuchten sie dafür eine neuere KBA Rapida?

Quizfrage: In der Folge »Rapida 185 / 205 Druck- und Farbwerke« der oben angegebenen Video-Playlist gibt es im Sprechertext einen Fehler. Bitte zunächst kodiert antworten, damit es spannend bleibt (z.B. durch Angabe der betroffenen Buchstaben im Sprechertext).

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Weitblick

Norbert Wiener

Neulich, gestern, auf unserem Chronik-Kalender:

Die Rechenautomaten haben etwas von den Zauberern im Märchen. Sie geben einem wohl, was man wünscht, doch sagen sie einem nicht, was man sich wünschen soll.
Norbert Wiener (1894-1964)

Was der amerikanische Mathematiker Norbert Wiener, der auch als Mitbegründer der Kybernetik gilt, hier von sich gibt, ziert auf unserem Chronik-Kalender das Bild eines IBM 5150 Personal Computer, der vor dreißig Jahren am 12.8.1981 vorgestellt wurde.

Wieners Weitblick beziehungsweise sein grundsätzliches Verständnis für Computer, deren Möglichkeiten und Grenzen erschließen sich unmittelbar, weil wir genau diese Feststellung tagtäglich aufs Neue bestätigt erleben.

Da passt es ins Bild, wenn ich in meinen Projekten in der Regel genauso viel Zeit auf das Klären des Wie, Warum, Weshalb verwende, wie ich anschließend benötige, dem Rechenautomaten das Erfüllen der Wünsche auch tatsächlich beizubringen.

Geht es Ihnen ähnlich?

(Quelle der Abbildung und Ausschnitte aus seinem Hauptwerk zum Beispiel auf http://www.wlan.org.uk/weiner2.htm)

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ExtendScript-Dokumentation verbessert

Vor wenigen Tagen hat das Team von Adobe zwei wichtige Ergänzungen für zukünftige (und sich schon jetzt damit plagende) Skript-Programmierer veröffentlicht, siehe ExtendScript: Dokumentation stark verbessert.

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Hauptmenü entschlacken

Vor allem bei Beamer-Präsentation mit (nur) 1024×768 Pixeln fällt auf, dass das Hauptmenü von FrameMaker insbesondere in der deutschen Fassung seeehr lang ist. Besonders wenn Sie FrameMaker (Strukturiert) verwenden. Wenn ich Programm-Symbol, Menüleiste, UI-Menü und Arbeitsbereiche-Menü in einer Zeile haben möchte, brauche ich ca. 1600 Pixel.

(anklicken für volle Breite)

Zugegeben: Scripts und FS kommen von FrameScript (aber geht es ohne?) und AXCM sowie InsetPlus sind weitere Plug-ins.

Übersicht schaffen im Hauptmenü

In der Regel werden Sie entweder mit S1000D oder mit DITA oder ohne beides arbeiten, aber nicht mit allem (auf einmal…?). Aber viele von uns können auf einige Menüpunkte verzichten, als da wären (nach Länge geordnet):

FrameScript bzw. ElmScript

Dieses Plug-in ist für viele unverzichtbar, aber der Platzbedarf im Menü lässt sich leicht einschränken. Wählen Sie FrameScript > Options, Menu Customization. Hier können Sie den Menubar Text frei wählen und sogar abschalten:

Schriftmenüs verbergen uns von diesem lästigen Menü befreit, können sämtliche zusätzliche Menüpunkte mit dem kostenlosen Skript von ITL namens »Plug-in-Menüs gruppieren« verwaltet werden. Für manchen lohnt es sich allein deswegen eine Registrierung als Benutzer bei ITL. Das Skript ist samt Beschreibung zu finden auf:

Auf diese Weise optimiert, lande ich bei 1309 Pixel:

Wie zu sehen ist, wird das Menü DITA von diesem Skript nicht erwischt. Wenn ich dies nach der unten geschilderten Methode deaktiviere, passt mein Hauptmenü in 1280 Pixel:

RoboHelp

Öffnen Sie im Explorer das Verzeichnis, in dem FrameMaker installiert ist, z.B. C:\Program Files (x86)\Adobe\AdobeFrameMaker10\*. Im Unterverzeichnis fminit\Plugins\ finden Sie Plug-ins, die automatisch installiert werden. Ändern Sie die Dateinamenserweiterung von RHFrameMakerServer10.dll zum Beispiel zu .dll_not* und nach einem Neustart wird dies Plug-in und damit der dazu gehörende Menüpunkt nicht mehr geladen.

S1000D

Öffnen Sie im FrameMaker-Installationsverzeichnis das Unterverzeichnis startup; die darin befindlichen ExtendScript-Skripte werden beim Start von FrameMaker ausgeführt. Ändern Sie die Dateinamenserweiterung von s1000dMenu.jsxbin zum Beispiel zu .jsxbin_not und nach einem Neustart wird dieses Skript nicht mehr ausgeführt und damit der dazu gehörende Menüpunkt nicht mehr eingerichtet.

DITA

Öffnen Sie aus dem Profilverzeichnis die Datei %appdata%\Adobe\FrameMaker\10\maker.ini und suchen Sie den Abschnitt [APIClients]. Wenn dieser noch nicht vorhanden ist, fügen Sie diesen Eintrag am Ende der Datei hinzu. Ergänzen Sie ihn um zwei Leereinträge für die DITA-Plug-ins:

[APIClients]
ditafm=
ditafm_app=

Das führt beim Neustart von FrameMaker zwar zu zwei Meldungen im Fenster FrameMaker-Konsole, ist aber technisch »sauberer«, als eine Änderung der maker.ini im Programmverzeichnis, da diese je nach Benutzerrechen in ein Schattenverzeichnis (VirtualStore) umgeleitet wird.

CMS

Legen Sie zum Beispiel auf Ihrem Desktop eine neue Datei customui.cfg mit folgendem Inhalt an:

>

Anschließend bewegen Sie diese Datei in den Ordner C:\Program Files (x86)\Adobe\AdobeFrameMaker10\fminit\configui\*. Warum so umständlich? Weil Sie nur auf diesem Weg aufgefordert werden gegebenenfalls das Administrator-Passwort einzugeben, direkt aus einem Texteditor kann es sein, dass die Datei im Schattenverzeichnis (VirtualStore)* gespeichert wird – ohne dass Sie das mitbekommen!

Weitere Menüs von Plug-ins

Was aber nun mit AXCM, InsetPlus, FrameSLT und den vielen anderen Menüeinträgen extrem nützlicher Plug-ins? Da kenne ich nur die Lösung mit dem Skript, siehe oben.

Konnte ich Ihnen mit diesen Tipps helfen?

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TCS Sprechstunde

Neulich erst schrieb ich leicht erstaunt und durchaus erfreut in Neue Offenheit über die Aktivitäten von Adobe in FrameMaker-Entwickler-Foren.

Heute wird das getoppt von der Ankündigung eines »Monthly Online Community Gathering« unter dem Titel Ask the Adobe Technical Communication Team. An jedem dritten Donnerstag im MontagMonat um 8:30 PST (zur Zeit 17:30 MESZ) soll es eine Art Sprechstunde geben, rund um die Technical Communication Suite. Es soll keine Registrierung nötig sein, natürlich wird das in Englisch stattfinden, aber das Engagement aus Indien (dort ist es dann immerhin 21:00!) ist doch toll. Erster Termin: 18.8.2011, 17:30h

Natürlich geht es Adobe auch darum, zu hören, welche Wünsche die Anwender so haben, um die Produkte so weiter zu entwickeln, dass möglichst viele Updates gekauft werden. Aber wenn sich das Produkt dabei verbessert, warum nicht?

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Diversifizierter Stil oder saubere Terminologie?

Diversifizierter Stil oder Vereinheitlichter Stil – eine Vereinheitlichung der Schreibweise in Handbüchern ist in jedem Fall nötig, nicht nur damit für den Leser Gleiches immer gleich benannt wird, sondern auch um in Sachen Terminologie wenigstens kleine Schritte vorwärts zu machen. Nicht nur in Vorträgen wird der Nutzen einer durchgängigen Terminologie gepriesen, in vielen Fällen wäre diese auch einen Voraussetzung für den effizienten Einsatz von Redaktionssystemen, wenn nicht, ja, wenn deren Entwicklung und Pflege nicht extra Geld kosten würde…

Umso dankbarer sollten wir für die Terminologieempfehlungen von Marc Achtelig in der aktuellen Ausgabe 04/11 der Zeitschrift Technische Kommunikation (ab S. 40) sein, der uns viele Formulierungsmuster an die Hand gibt und auf Fallstricke hinweist. Meine Lieblinge sind:

  • Sichern ist Backup, in der Regel wollen wir speichern!
  • »ausgegraute« Elemente sind nicht deaktiviert, sondern nicht verfügbar (in Programmierersprache: disabled)

Ach ja, ich bevorzuge den vereinheitlichten Stil und dort die super-verkürzte Form, denn in »Klicken Sie auf Datei > Drucken« scheint mir auch das Wörtchen »auf« entbehrlich zu sein: »Klicken Sie Kommentar abschicken!

Der Artikel ist auch auf der Webseite der tekom verfügbar: »Wählen, aktivieren oder klicken?«

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Schwere Rechtschreibung

Ulli’s Imbiss
Blumen Paradie’s
Bahnhof’s Gaststätte

Bei diesem Anblick denkt man manchmal, der Umgang mit dem Apostroph sei ein spezifisch deutsches Problem – weit gefehlt! Und da es viel schöner ist, sich über die Schwierigkeiten in anderen Sprachen zu amüsieren, als zugeben zu müssen in der eigenen Muttersprache eventuell nicht 100-%ig sattelfest zu sein, finden Sie auf theoatmeal.com eine Sammlung illustrierter Ratgeber zu:

Amüsant und zudem hilfreich für jeden, der auch in Englisch korrekt schreiben will. Einen kleinen Test dazu gibt es auch: Spelling Test Quiz.

Und damit ab in den Sommer!

PS: Weitere hilfreiche Tipps sind How to fix any computer oder noch wichtiger Why It’s Better To Pretend You Don’t Know Anything About Computers.

PPS: Beim Spelling Test hatte ich – tada! – 100%:

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Attribut-basiertes Filtern

Mit FrameMaker 10 hat Adobe bei dieser Funktion in zweierlei Hinsicht nachgebessert:

  • Sie können gewählte Einstellungen über den Format-Import in andere Dateien importieren
  • Sie können nun auch Attribute mit mehreren Werten auswerten

Das letzte will ich kurz erläutern. Aus Ihrer Master-Dokumentation sollen zum Beispiel Handbücher für drei Produktvarianten A, B und C entstehen. Dann gibt es zwangsläufig Texte, die allgemein gültig sind, einige sind speziell nur für eine Variante (A, B, C), andere wiederum für zwei der drei Varianten (AB, BC, AC). Bislang mussten Sie die möglichen Kombinationen ausmultiplizieren, um all diese Fälle abdecken zu können. Jetzt gibt es neue Operatoren, mit denen neben dem Fall Attribut enthält den Wert auch Attribut enthält irgendeinen Wert (ANY) und Attribut enthält nur bestimmte Werte abgefragt werden können. Die Detail finden sich in folgendem Blog-Beitrag:

Ein wenig rätsele ich, weshalb Adobe sich innerhalb der inkonsistent umgesetzten Boole’schen Algebra dann noch einmal eine eigene Syntax mit dem Operator # ausgedacht hat. Denn es gibt bereits einen Standard, mit dem man sogar viel mehr machen kann, als Attributwerte abzufragen: XPath. Und XPath-basierende Ausdrücke können Sie mit dem nach wie vor kostenlosen Plug-in AXCM verwenden (welches auch sonst deutlich flexibler ist):

Adobe FBA¹ AXCM Ausdruck
platform = „win“ *[@platform = „win“]
platform #ANY *[@platform != „“]
platform # „win“ „unix“ *[contains(„win unix“, @platform) or contains(„unix win“, @platform)]

Der dritte Fall sieht zwar in XPath komplizierter aus, aber wenn Sie sich einmal an die Logik gewöhnt haben – die Sie auch in anderen XML-basierten Umgebungen brauchen können! – werden Sie feststellen, dass die Mächtigkeit von XPath diesen Extra-Aufwand ohne weiteres wert ist. Weitere Informationen zu AXCM finden Sie hier:

¹: FBA = Filter By Attribute

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FrameMaker 10.0.1

Bei FrameMaker 9 war nach zwei Monaten das erste Patch-Release verfügbar, jetzt ist es auch bei FrameMaker 10 so weit. Fünf Monate sind seit dem Release vergangen und aus 10.0.0.388 wird 10.0.1.402.

Zu den addressierten Themen gehören (eine subjektive Auswahl):

  • Print to PDF command now ask PDF destination even for 64 bit machines.
  • FrameMaker 10 used to crash on performing spell-check on files having unicode quotation marks i.e. U+2018, U+2019, U+201C, ,U+201D in user dictionary. This has been now fixed.
  • Earlier fonts that contain CJK character sets were not showing correct hyphenation for certain words. This has been fixed now.
  • FrameMaker 10 used to crash on using Ctrl+F4 to close Book files. This has been fixed.
  • FrameMaker was unable to save book, containing files with SVG reference, to XML. This has been fixed.
  • Some ExtendScript API’s in FrameMaker had memory leaks. This has been fixed.
  • ExtendScript’s „ObjectValid()“ function returned false for each table when we get a list of tables using GetText(). This has been fixed.
  • ExtendScript sample „BookMIFWash“ had some errors. This has been fixed.
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