FrameMaker Server – was ist das?

Mögliches Logo für FrameMaker Server (analog InDesign Server) Was ist FrameMaker Server? Diese Frage ist leicht zu beantworten: FrameMaker Server ist eine normale FrameMaker-Installation mit anderen Lizenzbedingungen. [Es gibt also auch kein eigenes Produkt-Logo, wie ich es hier einmal ausprobiert habe (analog InDesign Server).] Daraus folgt erfreulicherweise: Was auch immer Sie mit und für eine lokale FrameMaker-Einzelplatzversion entwickelt haben, wird auch mit FrameMaker Server funktionieren. Das beinhaltet Plug-ins, Skripte etc. (siehe FrameMaker Server Produktinfo):

FrameMaker Server 8 und FrameMaker 8 basieren auf derselben API. Da darüber hinaus das FDK für beide Versionen gilt, können Programmierer problemlos zwischen den beiden Umgebungen wechseln.

Wann brauchen Sie FrameMaker Server?

Nun ist eine Lizenz von FrameMaker Server deutlich teurer als die der Einzelplatzversion, also muss es gute (wirtschaftliche) Gründe für deren Einsatz geben.

Als erste Anlaufstelle zur Abgrenzung von der Einzelplatzversion bietet sich die offizielle FrameMaker Server FAQ an:

Wenn FrameMaker in einer Server- oder automatisierten Umgebung (z.B. für die automatische Veröffentlichung von Katalogen oder Datenbanken oder für die Generierung personalisierter Dokumente, Bücher und Publikationen) eingesetzt wird, empfiehlt sich eine Lizenz für FrameMaker Server 8.

Wenn man von der schwammigen Formulierung »empfiehlt sich« einmal absieht (die natürlich daran liegt, dass ein derartige Übersicht nicht rechtsverbindlich sein kann, was übrigens auch auf diesen Beitrag zutrifft!), wird die Intention klar.

Im Bestreben die diversen Lizenzbedingungen (EULA = End User License Agreement) zu vereinheitlichen wird es in Kürze auch auf den Webseiten von Adobe ein neues gemeinsames »EULA« für FrameMaker und FrameMaker Server geben. Darin finden sich in den Punkten 2.2 und 2.3 die relevanten Hinweise zur Unterscheidung der beiden Versionen (also Lizenzmodelle):

2.2 Servereinsatz. […] Keine andere Verwendung auf einem Netzwerk oder einem Server ist unter dieser Lizenz gestattet, einschließlich der Verwendung der Software direkt oder durch Befehle, Daten oder Instruktionen von oder zu einem anderen Computer, […] es sei denn […] Sie haben eine Serverlizenz für die Software erworben. Insbesondere gestattet dieser Vertrag keine Verwendung der Software in einer stapelorientierten Umgebung, in welcher die Verwendung der Software darin besteht, Postscript- oder PDF-Output aus Daten, welche aus anderen Anwendungen stammen, zu produzieren […]. Um Lizenzrechte für zusätzliche Server-, stapelorientierte oder Netzwerkverwendung zu erhalten, können Sie eine oder mehrere Serverlizenzen für die Software erwerben.

2.3 Serververwendung. Wenn Sie eine oder mehrere Serverlizenzen für die Software erworben haben […], dürfen Sie z.B. […]
(i) die Software durch eine Einzelperson mittels Befehlen, Daten oder Anweisungen (z.B. Skripten) von einem Computer innerhalb desselben Internen Netzwerks verwenden lassen;
(ii) die Software auf einem Computer innerhalb Ihres Internen Netzwerks verwenden, um bestimmte Softwarefunktionen (z.B. die Verwendung von Skripten und/oder Stapelverarbeitung) zu automatisieren und
(iii) die Software als eine Komponente eines weiter gefassten Dokumentenerstellungsprozesses (einschließlich eines automatisierten Prozesses) verwenden, welcher die Lieferung eines maßgeschneiderten Dokuments an einen Empfänger außerhalb Ihres Internen Netzwerks (z.B. eines E-Books) als Endergebnis hat.

Daraus leite ich persönlich (ich erinnere: ohne Rechtsverbindlichkeit!) Folgendes ab:

  • Wenn es sich für Sie wirtschaftlich rechnet, dann ist der Einsatz von FrameMaker Server keine Frage.
  • Wenn die Kosten der Lizenz zu hoch sind, können Sie API-Plugins oder Skriptprogrammierungen immer noch an einzelnen Arbeitsplätzen einsetzen, aber eben nicht ferngesteuert.
  • Wenn die Layout-Anforderungen relativ bescheiden sind und Sie die Möglichkeiten von FrameMaker eigentlich nicht benötigen, dann sollten Sie die direkte Produktion von PDF z.B. mit XSL-FO oder PDFLib evaluieren.

Ein Beispiel

Sie planen eine Lösung, bei der Daten über einen Webbrowser erfasst werden um daraus individualisierte PDF-Dokumente zu erstellen.

Mit FrameMaker Server kann die Automation so weit gehen, dass auf einem Produktionsrechner die komplette Dokumenterstellung und Individualisierung vollautomatisch abläuft und am Ende die generierte PDF-Datei geeignet abgelegt oder per E-Mail verschickt wird.

Ohne FrameMaker Server darf es keine FrameMaker-Fernsteuerung geben, das heißt die skizzierte Software-Lösung könnte Dateien an geeigneter Stelle erstellen, die dann von Mitarbeitern an FrameMaker-Arbeitsplätzen (auch mit Hilfe von Plugins oder Skripten) in PDF-Dokumente verwandelt werden.

Bei weitergehenden Fragen kann ich Ihnen gerne einen Ansprechpartner bei Adobe in München nennen.

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1 Antwort zu FrameMaker Server – was ist das?

  1. Mahesh Kumar Gupta von Adoba India nimmt in einem Blog-Beitrag Stellung zu FrameMaker Server 9. Ich kann keinen Widerspruch zu den hier bereits genannten Aspekten erkennen — aber Sie wissen natürlich, dass ich keine Rechtsberatung durchführe.

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